Über Emojis, Piktorgramme und Hieroglyphen

von Dominique Hensel

Nun ist das einjährige Projekt „Die Welt der Zeichen“ zu Ende gegangen. Die teilnehmenden Kinder der Vinetagrundschule haben im Olof-Palme-Zentrum bei der Abschlusspräsentation am 28. Januar gezeigt, womit sie sich beschäftigt haben. Geleitet wurde das Projekt von der Künstlerin Katrin Hoffert.

zeichen skizzen hoffertApps erfinden (links) und Hieroglyphen schreiben. Foto: Katrin HoffertDie Künstlerin hat ein Jahr lang im Nachmittagshort der Schule mit den Kindern gearbeitet. Dabei haben sich die Schüler und Schülerinnen mit der Welt der Zeichen beschäftigt.“ Kinder müssen sich heute in einer Welt voller Zeichen zurechtfinden. Sowohl die Orientierung im Stadtraum, als auch im virtuellen, digitalen Raum erfordert die Kenntnis und ständige Interpretation von Zeichen: Verkehrszeichen, Firmen-Logos, Emojis, App-Symbole, Piktogramme sind neben den Ziffern und Schriftzeichen Träger von Hinweisen und Botschaften aller Art“, erklärt Katrin Hoffert. Zu diesen Zeichen gehörten auch individuelle Zeichensetzungen der urbanen Kunst wie Adbusting, Stickerart und Graffitti-Tags, die den Kindern täglich im öffentlichen Raum begegnen.

Die Teilnehmer des Projektes tauchten in dem Jahr in die Welt der Zeichen ein: von dem Zeichen an der Höhlenwand der Steinzeitmenschen, riesigen Geoglyphen, über ägyptische Hieroglyphen, zur Schriftentwicklung, über nonverbale Zeichensysteme zu heutigen Logos und Pictogrammen und Streetart-Tags. „Außerdem warfen wir einen Blick auf besondere Zeichensysteme wie das Morsealphabet, die Brailleschrift, die Gebärdensprache, sowie die Musiknotation“, sagt Katrin Hoffert. Dafür gab es auch Museums- und Ausstellungsbesuche. Mit dem Projekt versuchte die Künstlerin, den Kindern Hintergrundwissen und Verständnis für den heutigen Zeichendschungel zu geben. „Dabei wuchs auch das Bewusstsein ein globales Wesen zu sein, das vielfältige Mittel zur Verständigung einsetzen kann“, sagt sie. Auch haben die Kinder künstlerische Techniken erlernt und so ihre persönlichen Zeichen-Palette erweitert, mit der sie sich ausdrücken können.

Zeichen NeuesMuseum HoffertUnterwegs im Neuen Museum auf der Museumsinsel. Foto: Katrin HoffertEin sichtbares Ergebnis von „Die Welt der Zeichen“ ist ein Memory-Spiel mit Beispielen aus der Projektarbeit. Katrin Hoffert freut sich, dass es nach dem Ende des Projekts bereits ab Februar ein Anschlussprojekt gibt: „Alle teilnehmenden Kinder sind mir in der Zeit ans Herz gewachsen.“ Nun kann es gleich weitergehen.

„Die Welt der Zeichen“ wurde gefördert mit Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und dem Programm „Kultur macht stark“. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Brunnenviertel e.V., der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH und der Vinetagrundschule.

 

 

 

 

 

 

Zeichen SelfmadeTypo HoffertDie Kinder haben sich auch eigene Buchstaben-Typografien ausgedacht. Foto: Katrin Hoffert

Zeichen Mauerpark HoffertGraffiti im Mauerpark - auch das sind Zeichen. Foto. Katrin Hoffert

Zeichen SelfmadeTypo HoffertModerne Höhlenmalerei. Foto: Katrin Hoffert