Ein Kiez blüht auf - die BruGA 2022

Unter dem Motto „Entdecke die blumigen Seiten (d)eines Kiezes“ fand am ersten Wochenende im September wieder die beliebte Brunnenviertel-Gartenschau (BruGA) statt. Alle zwei Jahre stehen die BrunnenGärten für ein Wochenende interessierten Besuchern offen. Von der Pflanzenschale bis zum Gemeinschaftsgarten gibt es vieles zu entdecken, denn die Pflanzenprojekte im Kiez sind so vielfältig wie seine Bewohner*innen.


BruGA EGDer ElstergartenIm Hinterhof der Graunstraße 33 liegt der von Mieter*innen gegründete Elstergarten. Er wurde 2017 mit Unterstützung der degewo und des Quartiersmanagements Brunnenstraße ins Leben gerufen. Inzwischen ist eine grüne Oase entstanden mit mehreren Hochbeeten, zwei Picknicktischen und einer Kräuterspirale. Hier kommen die Nachbarn der umliegenden Häuser zusammen, um ihre Beete zu gießen, Kindergeburtstag zu feiern oder auch nur im Grünen zu entspannen. Es gibt regelmäßig organisierte Treffen der Mitglieder, aber im Sommer findet der Austausch auch spontan beim Bewässern und pflegen der Beete statt. Der Elstergarten wird von der Nachbarschaft gut angenommen, alle Beete sind vergeben und es gibt auch keine Möglichkeit, den Garten noch zu erweitern.

Neu bei der diesjährigen BruGA ist das Diesterbeet, das erst seit 2021 existiert. Die Freifläche vor dem ehemaligen Diesterweg-Gymnasium wurde lange Jahre vernachlässigt. Wo vorher illegal Autos parkten, ist fast über Nacht ein Nachbarschaftsgarten mit 23 Hochbeeten entstanden. Die grüne Pracht der bunt gestalteten Beete bringt Passanten zum Lächeln und hat die Swinemünder Straße nachhaltig verändert. Aktuell sind wieder Hochbeete an Anwohner*innen zu vergeben. Das Diesterbeet wird vom Brunnenviertel e.V. verwaltet, wer Lust hat zu gärtnern, kann sich jetzt anmelden oder informieren unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Ebenfalls neu dabei ist der Gemeinschaftsgarten im Innenhof des Wohnblocks am Vinetaplatz Ecke Wolliner Straße. Er wurde von vier Anwohnerinnen erst dieses Jahr wieder aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Vorher gehörte der Garten zur Hälfte einer alten Dame, die inzwischen leider verstorben ist. Die andere Hälfte bewirtschaftete die Kita Omas Garten, die aber nicht mehr die Zeit fand, sich zu kümmern. In den letzten Jahren verwilderte der Garten und war fast vollständig mit Buchsbaum überwuchert. 2021 gingen die Mieterinnen Michaela Abu-Gharbieh, Mayyada Khalil, Swantje Jensen und Marie Buhanienko auf die degewo zu, mit dem Anliegen, den Garten wieder zu beleben. Anfänglich wurden die Gärtnerinnen zusätzlich von der Gruppe F unterstützt, die auch einen Plan für die Nutzung und Bepflanzung erarbeitete. Im Gegensatz zu den meisten Gartenprojekten haben sich die vier Gründerinnen dafür entschieden, den Garten nicht in Parzellen aufzuteilen, sondern gemeinschaftlich zu bewirtschaften. Der neue Gemeinschaftsgarten ist noch im Prozess, sich zu entwickeln und offen für interessierte Anwohner*innen, die gerne mit gärtnern möchten.

BruGA GG01Der Gemeinschaftsgarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Wer den Innenhof der Putbusser Straße 36 betritt, den erwartet das Kleine Gartenparadies von Lutz und Bärbel Kölsch. Der Garten ist über die letzten 25 Jahre stetig gewachsen, damals schaffte sich Lutz Kölsch aus Faszination an der seltenen Pflanze drei Engelstrompeten an. Inzwischen überragen sie den Hobbygärtner und sind umringt von einem Blumenparadies sowie fleischfressenden Pflanzen, adoptierten Zimmerpflanzen, einem Kornelkirschbaum und vielem mehr. Auch ein Insektenhotel hat Lutz Kölsch in seinem Vorgarten angelegt. Der gelernte Chemotechniker, der sich später als Handwerker selbstständig gemacht hat, ist inzwischen in Rente und kann sich ganz seinem Gartenparadies widmen. Hier gibt es immer etwas zu tun, im Durchschnitt ist Lutz Kölsch täglich drei Stunden damit beschäftigt zu gießen, zu fegen und die Pflanzen zu pflegen. Seine Mühe wird mit unzähligen bunten Blüten und der Anerkennung der Nachbarn belohnt. Inzwischen machen die Anwohner*innen gerne einen Umweg, um beim Gartenparadies vorbeizugehen. Das war nicht immer so, am Anfang wurde vor allem von den Kindern vieles beschädigt. Doch Lutz Kölsch hat es geschafft, die Nachbarskinder für seinen Garten zu begeistern. Jetzt kommen sie von selber, stellen Fragen und wollen mithelfen. Inzwischen passen auch die Kinder mit auf, dass keiner den Pflanzen etwas antut.

Es gibt im Brunnenviertel viele Möglichkeiten, sich gärtnerisch zu betätigen. Man kann sich einem Gemeinschaftsgarten anschließen, den eigenen Balkon begrünen, eine Baumscheibe anlegen oder selber die Initiative ergreifen und ein neues Projekt ins Leben rufen. Das tut dem Klima gut und hat den schönen Nebeneffekt, dass man mit den Nachbarn ins Gespräch kommt. Die BruGA leistet dabei einen wichtigen Beitrag, um die Gärtner*innen im Kiez besser zu vernetzen.

BruGA KG02Lutz Kölsch in seinem kleinen Gartenparadies

Text+Fotos: Julia Schonlau

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