Viel Besuch beim Denkmal in der Swinemünder

Seit einem Jahr ist das Ex-Diesterweg ein Denkmal. Die Besucher*innen des Infostandes der Geschichtswerkstatt "Anno erzählt" am Tag des offenen Denkmals (13.9.) interessierten sich für die Historie des Gebäudes, aber besonders auch für die künftige Nutzung. Per Audiodatei kamen zwei Zeitzeug*innen zu Wort, die von ihrer Schulzeit in den 1970er und 1980er Jahren in der Schule erzählten.

denkmaltag anno1Stand der Geschichtswerkstatt vor der alten Schule mit den ersten Gästen. Foto: HenselMehr als 40 Menschen nutzten über die Zeit verteilt und mit Abstand unter freiem Himmel die Gelegenheit, mehr über das orangefarbene Gebäude zu erfahren. Andrei Schnell von der Geschichtswerkstatt im Brunnenviertel zeigte Fotos und erklärte die Besonderheiten des Gebäudes, die dazu führten, dass das Haus den Denkmalstatus bekam.

„Das Interesse war groß“, resümiert Andrei Schnell. Viele Besucher*innen hätten sich an dem Tag jedoch gewünscht, in das Gebäude hineingehen zu können. Das war jedoch nicht möglich. Dafür entwickelte sich am Stand in der Swinemünder Straße ein reger Austausch zwischen Interessierten aus der weiteren Umgebung und Anwohner*innen. Auch einige Zeitzeug*innen waren gekommen und bereicherten die Runde mit ihren Erinnerungen an ihre Schulzeit auf dem damaligen Ranke-Gymnasium. Schon vor dem Denkmaltag hatte Andrei Schnell mehrere Zeitzeug*innen zu der alten Schule interviewt. Die Audioaufzeichnung spielte er am Denkmaltag den Interessierten vor.

denkmaltag anno2Gesprächsrunde mit Abstand. Foto: HenselNeben den Geschichten aus früheren Zeiten war für die Anwesenden besonders die Zukunft des Gebäudes von Interesse. „Was geschieht denn nun damit?“, war die wohl am häufigsten gestellte Frage an diesem Tag. Andrei Schnell berichtete, dass der Bezirk das Gebäude wieder als Schulgebäude reaktivierten will, nun aber die Belange des Denkmalschutzes zu beachten habe. Ursprünglich hatte der Bezirk das markante Haus abreißen wollen. Nun müsse ein anderer Weg gefunden werden. Die Menschen am Stand der Geschichtswerkstatt zeigten sich froh darüber, dass der Denkmalschutz einen Abriss des Hauses verhindert. Einige zeigten sich unzufrieden mit dem Zustand des Gebäudes und wünschten sich vom Bezirksamt, das Denkmal besser zu sichern – vor allem gegen Vandalismus und gegen Wasserschäden.

Andrei Schnell berichtete beim Denkmaltag auch von der erst kürzlich vergebenen Förderung für die Technische Universität durch die US-amerikanische Getty Stiftung. Mit den 120.000 Euro wollen die Wissenschaftler*innen ein denkmalgerechtes Konzept erstellen, das zeigt, wie das Denkmal umgebaut und künftig genutzt werden könnte. Auch mit dem Projekt „ps wedding“ wollen die Wissenschaftler*innen dabei zusammenarbeiten.

Der Infostand am Denkmaltag war eine Aktion der Geschichtswerkstatt im Brunnenviertel. Das Projekt „Anno erzählt“ wird mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ (früher: Soziale Stadt) vom Quartiersmanagement Brunnenstraße gefördert. Der Denkmaltag fand in diesem Jahr unter dem Motto „Denk_mal nachhaltig“ statt.

denkmaltag anno3Beim Denkmaltag im Brunnenviertel. Foto: Hensel

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