Diesterweg-Gelände: Runder Tisch bisher ohne Kompromiss
Das Ringen um die Zukunft des ehemaligen Schulgeländes in der Putbusser Straße geht weiter. Auf einer Infoverstanstaltung im Brunnenviertel Anfang Mai war die Einrichtung eines rundes Tisches verabredet worden. Die Mitglieder der geschlossenen Runde sind inzwischen bereits zusammengekommen. Eine Lösung des Flächenkonflikts wurde bisher nicht erreicht. Mitte August soll der zweite Runde Tisch stattfinden.

Im Herbst 2018 identifizierte der Bezirk Mitte das Gelände jedoch als Fläche für den Neubau einer weiterführenden Schule. Auf der Informationsveranstaltung Anfang Mai hatten die Bezirksstadträte Ephraim Gothe (Stadtentwicklung, SPD) und Carsten Spallek (Schule, CDU) die Pläne des Bezirks für den Schulneubau vorgestellt. Auf der Infoveranstaltung im Brunnenviertel wurde schließlich die Einrichtung eines runden Tisches vereinbart, um den Nutzungskonflikt auszuräumen.
Mai: Das Vorbereitungstreffen
Mitte Mai gab es im Abgeordnetenhaus ein Vorbereitungstreffen für den runden Tisch, organisiert von Initiativen und Politikern der Grünen und der Linken. Stephan Rauhut (Linke) gehört zu den Organisatoren des Vorbereitungstreffens. „Die Positionen waren verschieden, aber das Treffen war sehr konstuktiv“, berichtet er. Eine Konsenslösung schien am Ende des Treffens greifbar zu sein.

Juni: Treffen des runden Tisches
Das erste Treffen des runden Tisches Mitte Juni verlief deutlich anders als das Vorbereitungstreffen zu der Sitzung. Bezirksstadtrat Carsten Spallek (Schule, CDU), war nach eigenen Angaben nicht zum Vorbereitungstreffen eingeladen worden. Er legte deshalb beim runden Tisch seine im Mai vorgestellten Pläne erneut dar, auf dem gesamten Gelände in der Putbusser Straße eine Schule zu errichten. „Es ist unstreitig, dass wir uns an dieser Stelle in einem Nutzungskonflikt befinden. Es dürfte aber nachvollziehbar sein, dass ich als Schulstadtrat natürlich für die Schaffung von Schulplätzen werbe, zumal es nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine gesetzliche Aufgabe darstellt“, erklärt Carsten Spallek dazu. Ein Kompromiss, so Stephan Rauhut, war beim ersten Treffen des runden Tischs nicht erkennbar.

Der Bezirk hat die Initiative „ps wedding“ laut Carsten Spallek unterdessen gebeten, „sich zur Realisierbarkeit des Vorhabens mit Sanierung des Bestandsgebäudes sowie Ergänzung durch einen Neubau konkret zu äußern, damit auch Dritte die Pläne bewerten können“. Spallek fragt die Initiative in dem Schreiben explizit nach den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Campuskonzept. „Erst wenn diese wesentlichen Fragen (Realisierbarkeit, ausreichende Flächen zur Abbildung des Raumprogramms für Schule, Finanzierung …) geklärt sind, kann beurteilt werden, ob das von ’ps wedding’ skizzierte Konzept umsetzbar sein kann“, erklärt Spallek.
Stephan Rauhut hofft unterdessen, dass „wir am Ende wieder auf den Konsensweg zurückkommen“. „Das nächste Treffen des runden Tisches wird entscheidend für die Zukunft des Geländes. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, sagt er.
Der runde Tisch

Text: Dominique Hensel
