Blitzjobben und Projekte entwickeln für Jugendliche

Mit einem Corona-Parkour auf dem Vinetaplatz ist das Projekt „Jugendbeteiligung im QM-Gebiet Brunnenstraße“ Ende Mai in die Öffentlichkeit getreten. Wegen der Pandemie konnten Begegnungsformate wie dieses zwar nur sehr begrenzt stattfinden, doch mit Abstand und unter freiem Himmel konnten die Jugendlichen mit Menschen aus dem Brunnenviertel über die besondere Situation ins Gespräch kommen.

caiju per traasdahlPer Traasdahl mit Maske und Teenkom-Flyer vor dem Olof-Palme-Zentrum. Foto: HenselWie läuft dein Leben so? Wie gehst du mit Corona um? Wie geht es dir heute? Die Jugendlichen überlegten gemeinsam, wie man trotz der nötigen 1,50 Meter Abstand miteinander in Kontakt bleiben kann. Denn genau das ist das Ziel des ganzen Projektes: Begegnungen schaffen. Dabei sollen sich Jugendliche untereinander treffen, die sonst nicht miteinander verkehren. Auch Begegnungen zwischen erwachsenen Nachbarn und Jugendlichen sind das Ziel. „Wir wollen niedrigschwellige Begegnungen veranlassen“, beschreibt es Per Traasdahl von Caiju e.V., dem Träger des Jugendbeteiligungsprojektes.

Das Projekt, das im September vergangenen Jahres begann und bis Ende 2021 läuft, hat zwei Bausteine: die Blitzjobs und den Jugendprojektentwicklungsfonds. Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Programm „Soziale Stadt“ (neu: „Sozialer Zusammenhalt“). Insgesamt stehen in den drei Jahren 94.300 Euro für die Projektarbeit zur Verfügung.

Baustein 1: Die Blitzjobs

Die Blitzjobs sind kleine Jobs bei Vereinen, in Unternehmen und bei Privatpersonen. „Wir vermitteln die Jugendlichen für kurzfristige Aufgaben an verschiedene Einsatzstellen. Es geht ums Fensterputzen in der Apotheke, um Flyerverteilen, um Gartenarbeit bei älteren Menschen“, erklärt Per Traasdahl. Die Jugendlichen bekommen für ihren Einsatz eine Honorar zwischen 5 und 6 Euro die Stunde. Dreizehn Jahre muss man mindestens alt sein, um bei TeenKom – so der Name des Instruments – mitmachen zu können. Der Vorteil: die Jobs unterliegen nicht den Regeln des ersten Arbeitsmarktes, sie lehnen sich eher an die Ehrenamtspauschale an. Das bedeutet, dass zum Beispiel keine Sozialabgaben fällig werden und die Einkünfte nicht auf staatliche Leistungen angerechnet werden. Das ist ein Vorteil für die Jugendlichen und die Einsatzstellen.

„Wir benutzen Arbeit als Mittel der Integration“, umreist Per Traasdahl die Idee. Traasdahl ist Initiatoor und Geschäftsführer des Caiju e.V. - 2008 hat er mit den ersten Blitzjobs in Treptow-Köpenick angefangen. Seitdem ist er bereits in vielen Teilen der Stadt mit TeenKom unterwegs. Für die Jugendlichen, die den Corona-Parkour auf dem Vinetaplatz gemacht haben, war das ein Blitzjob. Auch die, die beim letzten Adventsmarkt im Olof-Palme-Zentren zwei Stände betreuten, waren Blitzjobber*innen, vermittelt über TeenKom.

corona parkour teenkomCorona-Parkour von TeenKom Ende Mai auf dem Vinetaplatz. Foto: Caiju e.V.

Baustein 2: Der Jugendprojektentwicklungsfonds

Der zweite Baustein beginnt mit einem sehr langen und kompliziert klingenden Wort: Jugendprojektentwicklungsfonds. Dahinter steht aber eine ganz einfach Idee: Jugendliche bekommen die Gelegenheit, eigene Ideen als Projekt umzusetzen. „Doch anders als bei einer klassischen Jugendjury setzen wir einen Schritt früher an. Die Frage ist zunächst nur: Hast du Lust, mitzumachen?“, sagt Per Traasdahl. Eine konkrete Idee braucht es noch nicht; die Ideenfindung kann gemeinsam erfolgen. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ sollen Jugendliche zum selbständigen Handeln und Durchführen von Projekten angeregt werden.

Anders als geplant, ist der Jugendprojektentwicklungsfonds wegen der Corona-Pandemie sozusagen noch in der Warteposition. „Es gab vor Corona schon erste Projektideen, Sport mit kleineren Kindern zu machen oder auch Nachhilfeangebote. Es gab wöchentliche Treffen im Space Dock des Olof-Palme-Zentrums, aber wegen Corona steht hinter allem ein wenig ein Fragezeichen“, erklärt Per Traasdahl. Doch sobald es geht, soll die Arbeit auch hier weitergehen.

Service

Jugendliche oder Einsatzstellen, die sich für die Blitzjobs interessieren, können sich per E-Mail unter  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter der kostenlosen Hotline (0800) 113 01 30 melden. Aktuelle Infos gibt es auch auf Facebook unter www.facebook.com/teenkom oder auf der Videoplattform Youtube: www.youtube.com/teenkom