Musik in den Hinterhöfen: Arabische Musik und Operette

Viele Musiker*innen und Ensembles haben in den vergangenen Monaten ihre Konzerte nach draußen verlegt. Weil wegen Corona die Konzertsäle und Clubs geschlossen sind, gab es mehr Freiluftauftritte als in den vorangegangen Jahren. Auch im Brunnenviertel kamen die Menschen an den noch warmen Septembertagen so zu ein wenig Musik und Kultur direkt vor ihrer Wohnung.

Arabische Klänge mit "Shams Berlin"

shamsberlinHinterhofkonzert im Brunnenviertel. Foto: Shams BerlinAm Samstag, den 12. September war „Shams Berlin“ im Kiez zu Gast. Das Ensemble, dass sich erst vor Kurzem zusammengefunden hat und bei der Open-Air-Aktion „Wedding musiziert!“ auf dem Nettelbeckplatz Anfang des Monats seine Premiere hatte, brachte arabische Klänge ins Brunnenviertel. Die Musiker waren zu einem Balkonkonzert im Kiez. Sie spielten ihr Programm im Hinterhof in der Graunstraße Ecke Lortzingstraße und im Hinterhof der Brunnenstraße in Höhe Demminer Straße. „Shams“ ist das arabische Wort für Sonne – und die ließen die Musiker bei diesen kostenlosen Konzerten im Brunnenviertel aufgehen. Das Balkonkonzert wurde aus dem Aktionsfonds mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ (früher: Soziale Stadt) gefördert.

Oper und Operette mit der Komischen Oper Berlin

selam2Aufmerksam hörte Groß und Klein zu. Foto: HenselEbenfalls eine freudige Überraschung für die Bewohner*innen war das Minigastspiel der Musiker der Komischen Oper Berlin am Freitag, den 18. September. Im Rahmen ihres Kiezprogramms „Selam Opera!“ brachten sie bekannte Melodien aus Operetten und Opern ins Brunnenviertel. Immer mehr Menschen strömten während der Auftritte herbei, angezogen von den klassischen Klängen. Das das interkulturelle Projekt „Selam Opera!“ gibt es bereits seit neun Jahren. Die Oper geht dabei mit ihrem Programm in die Kieze und schafft damit Begegnungen zwischen Stadtgesellschaft und Oper. In der Corona-Zeit nutzten die klassischen Musiker*innen das Format des Hinterhofkonzerts, um ihr Publikum zu finden. Die 20 Minuten waren sehr unterhaltsam und heiter und vergingen für viele Zuhörer*innen viel zu schnell. Manch einer nutzte den Umstand, dass das Ensemble in drei umliegenden Höfen an der Swinemünder Straße spielte, packte Klappstuhl und Sektglas ein und zog mit den Musiker*innen einfach weiter zum nächsten Konzert.

selam1Operettenmelodien brachte die Komische Oper Berlin in den Kiez. Foto: Hensel