Ein Netzwerk zur Unterstützung für Alleinerziehende im Bezirk

von Dominique Hensel

In Mitte leben 11.800 Alleinerziehende. Doch außer der Tatsache, dass sie überwiegend weiblich und Mutter sind, passt diese Gruppe nur sehr schwer in ein Raster. „Die Zielgruppe ist unglaublich heterogen, in den verschiedenen Teilen Mittes sehr verschieden. Daraus ergeben sich viele individuelle Problemlagen“, sagt Mareike Vorpahl. Sie ist Koordinatorin des Netzwerks für Alleinerziehende in Berlin-Mitte, das sich derzeit in Gründung befindet. Seit Mitte August 2019 beschäftigt sie sich unter dem Dach der AWO Mitte mit den Einzelkämpfern in Sachen Kindererziehung. Auch in der Corona-Zeit ist sie ansprechbar.

alleinerziehend vorpahlNeugebauerMareike Vorpahl (links) und Dr. Sandy Neugebauer vor drei Karten der Gebiete, für die sie zuständig sind. Eine Karte für Wedding-Zentrum gibt es auch. Foto: D. HenselMareike Vorpahl arbeitet sozusagen hinter den Kulissen, direkte Beratungen von Frauen und Männern sind nicht vorgesehen. „Das Ziel ist es, verschiedene Institutionen bei dem Thema zusammenzubringen“, erklärt sie. Deshalb hat sie bereits mit freien Trägern, mit Ämtern, mit Vertretern aus dem Gesundheitsbereich und vielen mehr gesprochen. „Überall dort, wo Alleinerziehende auftauchen, sind Partner für das Netzwerk“, sagt sie.

Um die Probleme der Zielgruppe besser verstehen zu können, hat Mareike Vorpahl einen Fragebogen erarbeitet. Darin werden die Lebensumstände hinterfragt. „Wir haben herausgefunden, dass es fünf hauptsächliche Herausforderungsfelder für Alleinerziehende gibt: Kindererziehung, Finanzen, Qualifizierung, Wohnen und Gesundheit“, sagt Dr. Sandy Neugebauer, stellvertretende Geschäftsführerin der AWO Mitte. „Manche sind sehr gut in der Lage, sich Unterstützung zu suchen, wenn sie es brauchen. Andere sind so im Strudel der Überforderung gefangen, dass sie das nicht allein können“, sagt sie.

„Ich bin eine Wegweiserin im bestehenden System“, sagt Mareike Vorpahl. Denn Unterstützungsangebote gebe es bereits viele. Es geht bei ihrer Arbeit nicht vor allem darum, neue Angebote zu schaffen. „Ich schaue eher, ob und wie sich die Träger besser vernetzen können, ob die Ansprache der Zielgruppe verändert werden müsste und vieles mehr“, sagt Mareike Vorpahl.

Grundlage von Mareike Vorpahls Arbeit ist das Landesprogramm zur Verbesserung der Infrastruktur für Alleinerziehende. Es wurde von der Landesgesundheitsverwaltung aufgelegt und soll eine Struktur schaffen, um Alleinerziehende besser zu unterstützen. Bisher existieren in Berlin drei Koordinierungsstellen, bis 2021 sollen es zwölf sein. Informationen für die Alleinstehenden in Mitte können als Newsletter abonniert werden. Wer den E-Mail-Newsletter bestellen möchte, kann sich per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) anmelden. Alleinerziehende können Mareike Vorpahl derzeit auch für eine Beratung per Telefon unter (030) 49 30 14 28 oder per E-Mail kontaktieren. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass auf der Seite des AWO Kreisverbands eine Corona-Sammlung online gestellt worden ist. Darüber hinaus hat sie als Koordinatorin eine Übersicht über Beratungsangebote für Alleinerziehende zusammengestellt (Übersicht Beratungen).