Zuhören, fragen und gemeinsam Ideen entwickeln

von Dominique Hensel

Das Quartiersmanagement Brunnenstraße hat eine neue Kollegin. Christiane Wiegand ist seit dem Jahreswechsel als Quartiersmanagerin im Gebiet Brunnenstraße unterwegs. Sie übernimmt viele Aufgaben von Frauke Witzler, die das Team im Stadtteilladen vor Weihnachten verlassen hatte.

Christiane Wiegand 2020Quartiersmanagerin Christiane Wiegand an ihrem neuen Arbeitsplatz. Foto: HenselChristiane Wiegand hat ihre ganz eigene Art, das Brunnenviertel kennenzulernen. Beim Interviewtermin zeigt sie beispielsweise ihr Exemplar der letzten Ausgabe des Kiezmagazins „brunnen“ - an vielen Stellen hat sie Worte unterstrichen, hat am Rand Anmerkungen und Ideenstützen notiert. Sie hat alle Beiträge gelesen, stellt Fragen und will genau wissen, wie es zu den Artikeln kam und was dahinter steckt. „Ich laufe viel herum, gehe dort hin, wo Menschen sich treffen und ich lese mich ein“, beschreibt sie ihre Methode. „Ich habe Ideen, aber erst mal viele Fragen“, sagt Christiane Wiegand.

Für die neue Quartiersmanagerin ist das Brunnenviertel neu, aber nicht sehr fremd. „Ich liebe Berlin, die vielen Dörfer, die zusammen eine Stadt bilden. Das ist so groß, nicht endend, das mag ich“, sagt sie. Das Erste, was ihr am Brunnenviertel aufgefallen ist, sind die Höfe. „ Es ist toll, dass die Höfe mit den kleinen Gärten hier alle offen sind“, sagt sie. Das ist für sie eine Besonderheit, denn das ist in vielen Stadtteilen anders. Sie selbst ist in Berlin geboren, lebt nach vielen Stationen auch außerhalb der Stadt nun in Lichtenberg.

Es ist Christiane Wiegands erste Stelle als Quartiersmanagerin. Eigentlich kommt sie aus einer ganz anderen Branche. 1978 geboren, hat sie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig Dramaturgie studiert. Ihre Diplomarbeit hat sie zum Thema kollektive Stückentwicklung geschrieben. Dieses Thema und die Methoden haben sie in ihrem bisherigen beruflichen Werdegang begleitet. „Mich hat immer der Schnittpunkt zwischen Theater und Gesellschaft interessiert. Theater sollte nicht so elitär sein, sondern für alle. Dieser Idee bin ich immer treu geblieben“, sagt sie. Folgerichtig hat sie in verschiedenen Konstellationen in den vergangenen Jahren Theaterproduktionen in Augsburg, Cottbus, Dresden und vor allem im öffentlichen Raum Berlin gemacht. „Der Ausgangspunkt für meine Arbeit waren immer die Geschichten der Menschen vor Ort“, sagt sie.

Bei einem Theaterprojekt in Dresden-Prohlis ist Christiane Wiegand mit dem Quartiersmanagement (QM) in Kontakt gekommen. „Mich hat es gleich interessiert, wie das Quartiersmanagement unsere im Projekt gesammelten Stadtteil-Themen aufgreift und umsetzt“, sagt sie, auch wenn durch die nötigen Formalien des Förderprogramms Projektideen manchmal einen langen Vorlauf bräuchten. Die Begegnung mit Menschen, zuhören, fragen, das macht ihr Freude. „Das ist beim QM und beim Theater sehr ähnlich. Und Theater ist ja auch immer ein Prozess“, sagt sie. Bei ihrer neuen Arbeit möchte sie ihre Kreativität nutzen, um mit den Menschen im Quartier zusammen Ideen zu entwickeln. „Ich würde mich freuen, wenn ich es schaffen könnte, mitzuhelfen, Gelegenheiten und Plattformen zu schaffen, wo sich Menschen begegnen, die sich sonst nie begegnen würden“, sagt Christiane Wiegand.

Herzliche willkommen im Team!