„Es ist Zeit für etwas Neues“

von Dominique Hensel

Vor drei Jahren ist eine neue Quartiersmanagerin ins Brunnenviertel gekommen. Schnell hat sie sich im Kiez heimisch gefühlt, schnell wurde die sympathische Frau bei den Projekten zu einer geschätzten Ansprechpartnerin. Nun verlässt Frauke Witzler das Team im Stadtteilladen. Am Dienstag (17.12.) ist ihr letzter Arbeitstag.

frauke3Frauke Witzler bei der Brunnenviertel Gartenschau. Foto: Hensel„Das Brunnenviertel ist schon ein herzlicher Ort. Wenn man erstmal hier ist, ist man auch willkommen“, sagt Frauke Witzler. Und so waren es auch vor allem die Begegnungen mit den Menschen, die Anlässe, bei denen die Menschen zusammengekommen sind, die ihr bei ihrer Arbeit in den vergangenen Jahren besonders gefallen haben. „Da sind viele Kontakte entstanden, die ich sehr schätze“, sagt die scheidende Quartiersmanagerin. Nach konkreten Ereignissen gefragt, fallen ihr viele Anlässe ein, an die sie sich noch länger erinnern wird: „Die Wiedereröffnungsfeier des renovierten Freizeitecks, die fand ich richtig toll“. Aber auch die Frühstücke des Teams des Quartiersmanagements Ackerstraße erinnert sie sich gern.

Ein Höhepunkt in ihrer Zeit beim Quartiersmanagement Brunnenstraße war die Brunnenviertel Gartenschau (BruGa). „Da fand ich das Engagement von Dunja Berndt und Holger Eckert toll. Und zu sehen, wie sich das dann in der zweiten Auflage der BruGa weiterentwickelt hat mit der gruppe F, war wirklich schön“, sagt Frauke Witzler.

In ihrem Job hatte sie aber weniger Gelegenheit, die Projekte, die sie betreut hat, über die Fördermittelverwaltung hinaus zu unterstützen. Das hatte sie sich vor drei Jahren bei ihrem Arbeitsbeginn gewünscht. Doch sie musste lernen, dass das oft nicht so geht wie gehofft: „Ich habe gelernt, dass eine Menge Dinge einfach etwas Zeit brauchen. Aber das ist auch gut – wenn es auch manchmal nervt“, sagt sie. Auch eine Erkenntnis aus der Arbeit im Quartier: Es lohnt sich, immer im Gespräch zu bleiben, immer noch mal nachzufragen. Ein guter Umgang war ihr immer wichtig.

frauke4Seltene Momente: Bitte ein Mal chauffieren lassen! Foto: Katja NiggemeierSie hat den Quartiersrat begleitet, war für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hat die Kiezläufer vom Stadtteilladen aus in den Kiez geschickt und war für mehrere Projekte zuständig: die Bürgerredaktion, die Geschichtswerkstatt, das Veranstaltungsprojekt, für das Jugendbeteiligungs-Projekt, für das Projekt, das offene Angebote im Freizeiteck macht. „Das meiste ist wirklich gut gelaufen“, sagt Frauke Witzler zufrieden. Gern hat sie auch an Publikationen gearbeitet, etwa am Fotobuch über den Kiez oder am Quartiersratsflyer. An der Neugestaltung der Webseite hat sie ebenso mitgearbeitet wie an der Renovierung des Stadtteilladens.

„Ich habe hier ein gutes Verständnis für Berlin bekommen und wie es auf Verwaltungsebene funktioniert, wie alles ineinander greift“, sagt Frauke Witzler. Trotzdem wünscht sie sich jetzt, als nächstes weniger im Bereich Verwaltung zu arbeiten. „Es ist Zeit für etwas Neues“, sagt sie, für eine neue Herausforderung. Welche Herausforderung das sein wird, weiß die gelernte Fotografin (31) aus Niedersachsen noch nicht. „Ich werde erstmal eine Pause machen und dann sehen, was ich mache, ob ich überhaupt in Berlin bleibe“, sagt Frauke Witzler. Zunächst will sie reisen, denn sie war zum Beispiel noch niemals in Rom oder Warschau. Deshalb möchte sie nun mit dem Zug durch Europa reisen.

Das Brunnenviertel will Frauke Witzler aber auch in Zukunft nicht vergessen. Gerade hat sie das Kiezmagazin abonniert und auch andere Verbindungen sollen bleiben: „Die nächste BruGa werde ich mir auf jeden Fall im Kalender notieren und auch zu einem der geplanten Hoffeste komme ich gern.“

frauke7Stimmen sammeln für die Quartiersratswahl. Foto: Henselfrauke7Mitten in der Renovierung des Stadtteilladens und doch bei der Arbeit. Foto: QM Teamfrauke7Hier leitete Frauke Witzler eine Quartiersratssitzung. Foto: Henselfrauke7Für das Quartier im Berliner Abgeordnetenhaus beim Quartiersrätekongress. Foto: Henselfrauke7Offizielles Foto an einem der ersten Arbeitstage im Quartier. Foto: Hensel