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13.08.2019

Mehr rassistische Vorfälle im Bezirk

In Berlin gibt es seit 2005 ein Register, in dem rassistische Vorfälle und gruppenbezogene Menschlichkeit erfasst werden. Narud e.V. hat gerade den Registerbericht für den Bezirk Mitte veröffentlicht. Der Verein dokumentiert für 2018 insgesamt 495 Vorfälle. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor wurden 344 Vorfälle erfasst. Die Verfasser des Registerberichts sprechen von einer „erschreckenden Zunahme rassistischer Vorfälle“.


Das Titelblatt des Registerberichts für den Bezirk Mitte. Repro: QM Brunnenstraße

Eine Auflistung mit den Vorfällen im Bereich Gesundbrunnen. Repro: QM Brunnenstraße

Das Register in Berlin-Mitte dokumentierte eine stetige Zunahme an diskriminierenden und rassistischen Vorfällen. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 495 Vorfälle gemeldet (2017: 344, 2016: 283, 2015: 196). Wie 2017 fielen im Bezirk Mitte die meisten Meldungen aller Berliner Register an. Und auch berlinweit nehmen die Vorfälle laut Registerbericht zu: In allen zwölf Berliner Bezirken zusammen dokumentierten die Registerstellen 3405 Vorfälle (2017: 2800). Wie die Autoren des Registerberichts bemerken, ist der Anstieg zum Teil auf die wachsende Bekanntheit des Berliner Registers zurückzuführen: Weil immer mehr Menschen von der Erfassung wissen, werden auch mehr Vorfälle gemeldet.

 

Der Bericht unterscheidet die Vorfälle nach verschiedenen Kategorien. So fanden fanden in Berlin-Mitte wie im Vorjahr durch die zentrale Lage beispielsweise besonders viele Veranstaltungen statt (2018: 142, 2017: 84, 2016: 74). Besonders rassistisch motivierte Kundgebungen und Demonstrationen haben in Mitte zugenommen. Auffällig ist laut Narud e.V., dass Bedrohungen/Beleidigungen/Pöbeleien extrem angestiegen sind (2017: 48, 2018: 136). Diese Entwicklung zeigt sich auch berlinweit in einem Anstieg von 495 auf 899. „Dieser starke Anstieg kann nicht mehr nur auf die gewachsene Zahl von Melder_innen, die uns Vorfälle bekannt machen, zurückgeführt werden“, heißt es im Bericht.

 

Meldungen aus den Ortsteilen

 

Der Bericht unterscheidet die Vorfälle nach Kategorien und nach Ortsteilen. Wie bereits 2017 wurden im Ortsteil Mitte wieder die meisten Vorfälle registriert. In Gesundbrunnen wurden 23 statt 6 Vorfälle 2017 aufgenommen, was laut Einschätzung der Autoren jedoch insgesamt vor allem darauf zurückzuführen sein dürfte, dass wir hier etwas mehr Melderinnen und Melder gewonnen werden konnten. Im Wedding wurden 2018 etwas weniger Vorfälle registriert als 2017, 55 statt 67.

 

Der Bericht kommt zu der Schlussfolgerung, dass das Klima in Berlin-Mitte rauer geworden ist: „Die Grenzen dessen, was vielen als sag-bar erscheint, haben sich weiter verschoben. Hemmungen, sich gruppenbezogen menschenfeindlich gegenüber allen in irgendeiner Weise als ,anders' Klassifizierten zu äußern, sind gefallen. Doch damit haben sich auch die Grenzen, vom Sagen zum Verhalten überzugehen, verschoben.“

 

Der ganze Bericht steht online als PDF zur Verfügung und kann nachgelesen werden: Registerbericht Berlin-Mitte 2018https://register-berlin.de/sites/default/files/Registerbericht%202018_0.pdf

 

Das Register Berlin

 

Aufgabe des Registers ist es, die diskriminierenden Vorfälle sichtbar zu machen. Dadurch sollen Anwohnerinnen und Anwohner sowie Personen aus Wissenschaft und Politik für das Thema sensibilisiert werden. Das Berliner Register dokumentiert Vorfälle, die rassistisch, antisemitisch, antiziganistisch, extrem rechts, antimuslimisch-rassistisch, LGBTIQ*feindlich, den Nationalsozialismus verherrlichend oder verharmlosend, behindertenfeindlich und sozialchauvinistisch motiviert sind. Erfasst werden Angriffe, Beleidigungen, Propaganda, Sachbschädigung sowie Veranstaltungen.

 

Die Daten gewinnen die Mitarbeiter des Registers aus Recherche (Pressemeldungen, Polizeimeldungen), von Meldungen aus der Bevölkerung und von Kooperationspartnern. Beratungsstellen und andere Orte mit hohem Publikumsverkehr sind dabei Anlaufstellen für Betroffene. So können auch Vorfälle erfasst werden, die nicht in den polizeilichen Statistiken vorkommen, weil sie nicht zur Anzeige gebracht worden sind.

 

Das Register Berlin wurde 2005 zunächst in Pankow und Lichtenberg gegründet. Gleichzeitig wurde mit dem Aufbau in weiteren Teilen Berlins begonnen. Seit 2016 ist das Register Berlin in allen Bezirken aktiv. Seit 2014 wird die Registerstelle im Bezirk Berlin-Mitte von Narud e.V. getragen.

 

Narud e.V. ist eine migrantische Organisation, die sich insbesondere für Integrationsförderung, entwicklungspolitische Bildung und Entwicklungszusammenarbeit einsetzt und das Ziel verfolgt, die diskriminierungsfreie Teilhabe von Migrantinnen  und Migranten in Berlin zu fördern. Finanziell gefördert wird das Register Berlin-Mitte durch die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, das Bezirksamt Berlin-Mitte, das Jobcenter Berlin-Mitte und durch das Programm „Demokratie Leben“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Anlaufstellen für Betroffene

 

Der Registerbericht für 2018 enthält nicht nur die rassistisch motivierten Vorfälle im Bezirk Mitte. Er enthält auch eine umfassende Liste mit Anlaufstellen für Betroffene, die einen Angriff oder eine Beleidigung melden möchten. Auch eine Liste mit Beratungsstellen für verschiedene Personengruppen ist im Bericht aufgeführt.

 

Meldungen über rassistische und diskriminierende Vorfälle können bei den Registerstellen und ihren Anlaufstellen oder telefonisch, über die Register-APP, online über die Webseite des Berliner Registers, per E-Mail, via Twitter oder per Post gegeben werden.

 

Registerstelle Berlin-Mitte bei Narud e.V.

Web: https://berliner-register.de/mitte

APP: www.register-app.de

Mail: register@narud.org

Träger: Narud e.V., Brüsseler Straße 36, 13353 Berlin

Telefon: (030) 40 75 75 51, Mobil: (0157) 76 31 87 28

 

Anlaufstelle für Betroffene im Brunnenviertel:

 

Vor-Ort-Büros des Lotsenprojekts „Die Brücke“

Putbusser Straße 27, 13355 Berlin

(030) 50 34 41 48

Dominique Hensel
 
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