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05.01.2019

Abriss und Sanierung des Brunnenviertels auf 35 mm

Der Filmkurator, Künstler und Publizist Florian Wüst zeigt am 15. Januar um 20 Uhr im Olof-Palme-Zentrum zwei Dokumentarfilme zur Flächensanierung im Brunnenviertel. Die Geschichtswerkstatt "Anno erzählt" lädt dazu ein.


Standbild aus dem Film „Stadterneuerung in Berlin - Beispiel Wedding“. Repro: Florian Wüst

Flyer für das Geschichtscafé. Grafik: Sulamith Sallmann

Standbild. Repro: Florian Wüst

Standbild. Repro: Florian Wüst

Die Titel „Stadterneuerung in Berlin - Beispiel Wedding“ und „Sanierung im Berliner Wedding - Ein Erfahrungsbericht“ verraten worum es geht: Zu sehen sind zwei Filme des Regisseurs Wolfgang Kiepenheuer (1914–1990) über die europaweit größte Flächensanierung, die mit Abriss und Neubau im Brunnenviertel vorgenommen wurde. Die Filme entstanden 1966 und 1975 im Auftrag des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin beziehungsweise des Wohnungsbauunternehmens Degewo.

 

Durch die Auftraggeber ist eine gefärbte Sichtweise auf den Umbau des Brunnenviertels zwischen 1964 und 1990 vorgegeben. So heißt es in der Kurzbeschreibung von „Stadterneuerung in Berlin - Beispiel Wedding“ im Berlin-Filme-Verzeichnis der Landesbildstelle Berlin: „Erneuerung verwahrloster, unzeitgemäßer Wohngebiete“. Der Film schildert, „wie es zu den ungesunden Zuständen lichtarmer Hinterhofwohnungen kam und wie man versuchte, die vier Funktionen Wohnen, Arbeit, Erholung und Bewegung in idealer Weise zu vereinen“.

 

„Sanierung im Berliner Wedding - Ein Erfahrungsbericht“ kann als Fortsetzung von Kiepenheuers erstem Film über das Brunnenviertel gesehen werden: „Er stellt das Ergebnis der Veränderung der sozialen und wirtschaftlichen Struktur sechs Jahre später vor und lässt die Betroffenen zu Wort kommen“, heißt im Berlin-Filme-Verzeichnis.

 

Heute gibt es Stimmen, die im Umbau des Viertels und in der Umsiedlung der Hälfte der Bewohner eine „Kahlschlagsanierung“ sehen; andere dagegen vermissen im heutigen Wohnungsbau den damaligen Gedanken des gemeinwohlorientierten Bauens. Die historischen Filme geben einen Einblick, wo früher die Diskussionslinien verliefen - angesichts eines gigantischen Bauprojekts für 20.000 Menschen im Schatten der Berliner Mauer.

 

Die beiden 25-minütigen, ursprünglich auf 35 mm gedrehten Filme werden von Florian Wüst auf DVD gezeigt, der Kurator führt zu Beginn des Abends kurz in die Filme ein. Nach der Vorführung ist Zeit für Diskussion. Florian Wüst beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Film, Gesellschaft und Stadtleben. Er ist unter anderem einer der Herausgeber der Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt.

 

Die Veranstaltung am 15. Januar im Olof-Palme-Zentrum ist Teil der Geschichtscafé-Reihe, die von der Geschichtswerkstatt Anno erzählt organisiert werden. Anno erzählt ist ein vom Quartiersmanagement Brunnenstraße gefördertes Projekt. Der Eintritt ist frei.

 

Kontakt zu Anno erzählt

Facebook: www.facebook.com/AnnoErzaehlt

Web: www.brunnenviertel.de/anno-erzaehlt

Telefon: (0157) 37 64 40 65

E-Mail: geschichtswerkstatt-anno(at)freenet.de

PM Anno erzählt, bearbeitet: D. Hensel
 
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